
Zu den Besonderheiten Extens gehört, dass der historische Gutspark über die Jahrhunderte erhalten blieb. Lange Zeit wurde er für den Obst- und Gemüseanbau genutzt, bis im 17. Jahrhundert die große Gartenkunst das kleine Dorf erreichte. Wir kennen einen kolorierten Plan aus dem Jahre 1726, der eine prachtvolle barocke Parkanlage darstellt.
Und dieser Barock-Park hat tatsächlich existiert. Noch heute befinden sich Reste der Anlage im Gelände des Gutsparks. Es muss ein selbstbewusster Gärtner gewesen sein, dem der Graf von Wartensleben seine barocken Parkpläne vorstellte. Denn man einigte sich: Der Park bekam seine barocken Strukturen, aber in den Parterres und Carrés wurde weiter Gemüse angebaut.

Um 1810 wurde der Park überplant im Stile eines englischen Landschaftsgartens. Ein Dietrich Giesbert von Wartenberg hatte das Rittergut gekauft und begann tüchtig zu bauen. Es war die Zeit der napoleonischen Besatzung. Im Dorf wurde gerätselt, woher der neue Bauherr sein vieles Geld hat. Von einem Seeräuberschatz war die Rede, wahrscheinlicher ist wohl eine erfolgreiche Kollaboration mit den Franzosen.

Doch dann begann ein Streit. Ein Ehren-händel, wie man damals sagte, zwischen dem Gutsherrn und dem französischen Präfekten von Rinteln. Im Morgennebel kam es im Park zu einem Pistolen-Duell, in dessen Verlauf der Franzose sein Leben ließ. Aber die Ehre war wieder hergestellt. Die des Toten und die des Täters. Nur die weltliche Gerichtsbarkeit sah das naturgemäß anders. Der Gutsherr wurde zur Fahndung ausgeschrieben und fortan von den Franzosen gesucht.
Mit einer gläsernen Kutsche, so weiß es der Volksmund, soll er nach Bremen geflohen sein. Dort verkaufte er das Gut für 33.000 Taler und verschwand per Schiff nach Amerika. Er ward nie mehr gesehen.

Leider verlor dieses prachtvolle Gebäude schon bald seinen Nutzen und war dem Verfall preisgegeben.
Erst ab 1989 wurde es durch eine private Initiative und mit öffentlicher Unterstützung originalgetreu instand gesetzt und bildet heute wieder das Herzstück des Orangerie-Gartens.

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